Zolling

Schenkung des Moatbert aus Zolling.


Unser Herr Jesus Christus, der Erlöser aller Menschen, hat im heiligen Evangelium uns den Leitsatz gegeben, wenn er sagt: Sammelt euch Schätze im Himmel, die weder Rost noch Motten zerstören, noch Diebe stehlen können. Ich Moatbert, will zusammen mit meiner Frau Totana nach Möglichkeit diesem Beispiel folgen und deshalb habe ich an das Haus der allerseligsten immer jungfräulichen Maria in der Stadt Freising, der, wie wir alle wissen, der Bischof Ermbert vorsteht, all das als Erbschaft vermacht, was mir mein Vater Petto seinerseits als Erbe hinterließ und was in der Gemarkung Zolling gesetzmäßig mir gehört. Ich übergebe das in seiner Gesamtheit und ich übertrage es an das besagte Haus in die Hand des Bischofs Ermberts in Gegenwart der gesamten Familie der heiligen Maria. Im einzelnen sind es Häuser (Hütten), Höfe, die mit Feldern, Wiesen , Weiden und Wäldern ausgestattet, sowie die dazugehörigen Zugtiere und das sonstige Vieh und alles Inventar (=Hausgerät). Ich vermache es in Form einer festen Schenkung dergestalt, dass nach meinem Tode und dem Tode meiner Frau diese meine Erbschaft den Heiligen (Anmerkung: gemeint ist die gesamte Priesterschaft) zu Eigen sei in Ewigkeit. Ferner bestimme ich, dass jeder meiner eigentlichen eigenen Erben und jegliche Personen, die gegen diese meine Schenkung eingestellt ist und gegen sie angehen und diese brechen will, sich in besonderer Weise den Zorn Gottes zuziehen möge, außerhalb den Reihen aller Engel und Heiligen bleiben, mit einem unlöslichen Bann verdammt sein soll und wenn wer versucht, aus der Schenkung etwas für sich als Eigentum zu beanspruchen, so soll er auch vor dem irdischen Richter schuldig werden und es vierfach mit reinem Golde erstatten, was er für sich beiseite gebracht hat.

 

So möge diese Schenkung fest und beständig bleiben, beglaubigt durch mein eigenhändiges Gelöbnis (damit ist die Unterschrift gemeint). Gegeben in der Hoffnung zu Freising am 12. Semptember im 8. Jahr des hochberühmten Herzogs Odilo (Anmerkung: 12.9.744 n. Chr.).

+ Zeichen des Moatbert, der das Zustandenkommen dieser Schenkung erbeten hat und seiner Frau Totana, die mit ihm diesbezüglich eines Willens ist und sie (= die Schenkung bekräftigt.
+ Zeichen des Priesters Quartinus
+ Zeichen des Priesters Felix 
+ Zeichen des Richters Anulus
+ Zeichen des Richter Reginon
+ Zeichen des Cuno
+ Zeichen des Sindo
+ Zeichen des Maurinus
+ Zeichen des Hroado
+ Zeichen des Hroadunc
+ Zeichen des Wurmhart
+ Zeichen des Reginolf
+ Zeichen des Reginpald
+ Zeichen des Cundpald
+ Zeichen des Cympho
+ Zeichen des Chimmi
+ Zeichen des Birtilo
+ Zeichen des Ato

 

Ich der unwürdigste Priester Benignus, habe diese Urkunde geschrieben und unterschrieben, während sie der Herzog Odilo bestätigt hat.


Soweit der Wortlaut der deutschen Übersetzung. Die Urkunde selbst ist nicht mehr vorhanden, lediglich eine Abschrift des gelehrten Freisinger Mönchs Kozroh, die ungefähr 100 Jahre später angefertigt worden sein dürfte. Dieses Dokument ist für die Orte Freising und Zolling von großer geschichtlicher Bedeutung, weil sich mit ihm die älteste Schenkung an das Hochstift Freising befasst. Von all den Tausenden von Urkunden, die Bitterauf in seinen "Traditionen des Hochstifts Freising" registriert hat, ist dies die älteste und erste. Sie ist die Einzige unter Erimbert.

 

Herzog Odilo regierte von 737-747.

 

Bischof Ermbert, auch Erimbert, wirkte von 739-748. Er war der erste Diözesanbischof des Bistums Freising; der hl. Korbinian war sein Bruder.

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